Du willst deinen eigenen Server mit vollem Root-Zugriff, ohne Vertragsbindung und mit Standort in Deutschland? Mit einem vServer von Venux Host läuft dein Server in 1–2 Minuten. In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du bestellst, was du direkt nach dem ersten Login erledigen solltest und was du anschließend alles mit deinem Server machen kannst.
Teil 1: So bestellst du deinen vServer
1. Paket auswählen
Öffne venux-host.de/products/vserver und wähle das Paket, das zu deinem Projekt passt. Jede Karte zeigt dir CPU-Kerne, Arbeitsspeicher, NVMe-Speicher und Traffic auf einen Blick.
Unsicher, welches Paket? Für eine Website, einen Discord-Bot oder ein VPN reicht meist das kleinste Paket. Für Docker mit mehreren Diensten, Datenbanken oder Gameserver lohnt sich mehr RAM. Du kannst später jederzeit im Panel aufrüsten.
Mit „Jetzt starten“ geht es in die Konfiguration.
2. Server konfigurieren
Hier stellst du deinen Server zusammen. Der Preis rechts aktualisiert sich bei jeder Änderung live.
- Standort: Falkenstein (Sachsen) oder Nürnberg (Bayern). Beide Rechenzentren stehen in Deutschland und sind DSGVO-konform.
- Betriebssystem: Ubuntu, Debian, Rocky Linux, AlmaLinux, Fedora oder CentOS Stream. Wenn du unsicher bist: Ubuntu ist die beliebteste Wahl und hat die meisten Anleitungen im Netz.
- Extras (optional):
- Tägliche Backups: die letzten 7 Tage werden automatisch gesichert
- Zusatzspeicher: eigenes Laufwerk, das automatisch eingehängt wird
- Snapshot-Plätze: Sicherungen auf Knopfdruck, z. B. vor großen Änderungen
- Zusätzliche IPv4-Adressen für mehrere Dienste
- Nur IPv6: günstiger, aber nicht aus jedem Netz erreichbar
- Zugang: Hostname, ein Name für deinen Kundenbereich und, falls du einen hast, dein SSH-Schlüssel. Das ist der sicherste Weg, dich anzumelden.
- Laufzeit: 30 Tage, 90 Tage, 180 Tage oder 1 Jahr. Alles ist prepaid: keine automatische Abbuchung, keine Kündigung nötig.
3. Bezahlen
Mit „Weiter zur Zahlung“ öffnet sich die Kasse. Du wählst zwischen:
- Guthaben: sofort abgebucht, der Server startet direkt
- PayPal: mit Käuferschutz
- Kredit- oder Debitkarte: auch Apple Pay und Google Pay
- Banküberweisung per QR-Code: einfach mit der Banking-App scannen, der Server startet nach Zahlungseingang
Hast du einen Gutscheincode, trägst du ihn direkt im Bezahlfenster ein. Der Rabatt wird sofort angezeigt.
4. Loslegen
Nach der Zahlung wird dein vServer automatisch eingerichtet. Nach 1–2 Minuten bekommst du eine E-Mail mit IP-Adresse und Zugangsdaten. Alles Weitere findest du im Kundenbereich unter Meine Produkte.
Teil 2: Die ersten Schritte auf deinem Server
Die folgenden Befehle gelten für Ubuntu und Debian. Für Rocky Linux und AlmaLinux stehen die Unterschiede jeweils dabei.
1. Per SSH verbinden
Unter Windows, macOS und Linux öffnest du das Terminal (unter Windows z. B. PowerShell) und gibst ein:
ssh root@DEINE-IP
Ersetze DEINE-IP durch die IP-Adresse aus der E-Mail. Beim ersten Verbinden fragt dein Rechner, ob du dem Server vertraust. Bestätige mit yes.
Kein Zugriff per SSH? Kein Problem: Im Panel findest du die Konsole im Browser. Sie funktioniert sogar, wenn das Netzwerk deines Servers nicht erreichbar ist.
2. System aktualisieren
Das ist immer der erste Schritt:
apt update && apt upgrade -y
Bei Rocky Linux und AlmaLinux: dnf upgrade -y
3. Root-Passwort ändern
Hast du dich mit dem Passwort aus der E-Mail angemeldet, ändere es sofort:
passwd
Nutze ein langes, zufälliges Passwort, am besten aus einem Passwort-Manager.
4. Eigenen Benutzer anlegen
Dauerhaft als root zu arbeiten ist riskant. Lege dir einen eigenen Benutzer mit Admin-Rechten an (ersetze max durch deinen Namen):
adduser max
usermod -aG sudo max
Bei Rocky Linux und AlmaLinux heißt die Admin-Gruppe wheel: useradd -m max && passwd max && usermod -aG wheel max
5. Anmeldung per SSH-Schlüssel einrichten
SSH-Schlüssel sind deutlich sicherer als Passwörter. Hast du noch keinen, erzeugst du ihn auf deinem eigenen Rechner (nicht auf dem Server):
ssh-keygen -t ed25519
Danach überträgst du ihn auf den Server:
ssh-copy-id max@DEINE-IP
Unter Windows gibt es ssh-copy-id nicht. Kopiere dort den Inhalt der Datei C:\Users\DEINNAME\.ssh\id_ed25519.pub auf dem Server in die Datei /home/max/.ssh/authorized_keys.
Teste jetzt in einem neuen Terminal-Fenster, ob die Anmeldung klappt:
ssh max@DEINE-IP
6. Passwort-Login und Root-Login abschalten
Erst wenn die Anmeldung per Schlüssel funktioniert, schaltest du Passwörter für SSH ab. Lege dazu eine eigene Konfigurationsdatei an:
sudo nano /etc/ssh/sshd_config.d/00-sicherheit.conf
Inhalt:
PermitRootLogin no
PasswordAuthentication no
Warum
00-im Dateinamen? SSH übernimmt bei doppelten Einstellungen den ersten Wert, den es findet. Einige Systeme bringen eine eigene Datei mit, die Passwörter wieder erlaubt. Mit00-liest SSH deine Datei zuerst.
Konfiguration prüfen und SSH neu starten:
sudo sshd -t && sudo systemctl restart ssh
Bei Rocky Linux und AlmaLinux heißt der Dienst sshd: sudo systemctl restart sshd
Wichtig: Schließe dein bestehendes Terminal erst, wenn du dich in einem zweiten Fenster erfolgreich angemeldet hast. Hast du dich doch ausgesperrt, helfen dir im Panel die Browser-Konsole, das Rettungssystem und der Passwort-Reset.
7. Firewall einrichten
Dafür hast du zwei Möglichkeiten:
- Firewall im Panel: Regeln per Klick, sie greifen, bevor der Datenverkehr deinen Server erreicht. Ideal für Einsteiger.
- UFW auf dem Server: die klassische Linux-Variante.
Mit UFW sieht das so aus. Erlaube zuerst SSH, sonst sperrst du dich aus:
sudo apt install ufw -y
sudo ufw allow OpenSSH
sudo ufw enable
Später öffnest du nur die Ports, die du wirklich brauchst, z. B. sudo ufw allow 80,443/tcp für einen Webserver.
8. Schutz vor Angriffen und automatische Updates
Fail2ban sperrt IP-Adressen, die immer wieder falsche Anmeldungen versuchen:
sudo apt install fail2ban -y
Automatische Sicherheitsupdates halten deinen Server aktuell, ohne dass du daran denken musst:
sudo apt install unattended-upgrades -y
sudo dpkg-reconfigure -plow unattended-upgrades
9. Zeitzone setzen
Damit Logs und Cronjobs die richtige Uhrzeit haben:
sudo timedatectl set-timezone Europe/Berlin
10. Ersten Snapshot erstellen
Dein Server ist jetzt sauber eingerichtet. Ein guter Moment für einen Snapshot im Panel. Geht später etwas schief, stellst du diesen Stand mit einem Klick wieder her.
Teil 3: Was du jetzt mit deinem vServer machen kannst
Dein Server ist bereit. Ein paar Ideen, womit unsere Kunden starten:
Websites und Shops
Installiere Nginx oder Apache, dazu PHP und eine Datenbank, und betreibe WordPress, Shopware oder deine eigene Laravel- oder Node.js-App. Ein kostenloses SSL-Zertifikat bekommst du mit Certbot (Let's Encrypt).
Docker und ganze App-Stacks
Mit Docker laufen mehrere Anwendungen sauber getrennt nebeneinander:
curl -fsSL https://get.docker.com | sh
Wer lieber mit Oberfläche arbeitet, installiert Portainer oder Coolify und verwaltet seine Container im Browser.
Discord- und Telegram-Bots
Node.js oder Python installieren, Bot hochladen und mit PM2 oder einem systemd-Dienst dafür sorgen, dass er rund um die Uhr läuft und nach einem Neustart automatisch startet.
Eigenes VPN
Mit WireGuard baust du in wenigen Minuten ein schnelles, privates VPN, z. B. für sicheres Surfen im öffentlichen WLAN oder den Zugriff aufs Heimnetz.
Eigene Cloud
Nextcloud für Dateien, Vaultwarden für Passwörter, Immich für Fotos: deine Daten auf deinem eigenen Server in Deutschland statt bei großen US-Anbietern.
Monitoring
Mit Uptime Kuma überwachst du deine Websites und Dienste und bekommst eine Nachricht, sobald etwas ausfällt.
Gameserver
Minecraft, Rust, ARK oder Palworld mit voller Kontrolle über Mods und Plugins, z. B. mit dem Pterodactyl-Panel. Tipp: Für Minecraft und FiveM gibt es bei uns auch fertige Gameserver mit eigenem Panel, falls du dich nicht selbst um Linux kümmern willst.
Noch ein paar Tipps
- Vor großen Änderungen (Updates des Betriebssystems, neue Software) immer erst einen Snapshot anlegen.
- Tägliche Backups lassen sich auch nachträglich im Panel dazubuchen.
- Wird es eng mit CPU oder RAM, wechselst du im Panel per Klick auf ein größeres Paket. Abgerechnet wird nur anteilig bis zum Ende deiner Laufzeit.
- Für eigene Domains stellst du den Reverse-DNS deiner IP direkt im Panel ein.
- Denk an die Verlängerung: Läuft die Laufzeit ab, wird der Server ausgeschaltet. Verlängerst du innerhalb von 3 Tagen, läuft er mit allen Daten weiter.
Bereit? Hier geht's zu den Paketen: vServer mieten bei Venux Host
Fragen zur Einrichtung? Unser Support hilft dir gern weiter, per Ticket oder auf unserem Discord.